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Der Künstler mit dem ursprünglichen Namen Ralf Winkler legt sich im Laufe seiner Schaffenszeit in der ehemaligen DDR eine Reihe an Pseudonymen zu, von denen sich letztendlich "A.R. Penck" behauptet. Dieser chamäleonartige Namenswechsel ist eine listige Antwort auf die dogmatische Kulturpolitik der DDR, denn Kunstwerke können unter verschiedenen "Tarnsignaturen" leichter in den Westen geschafft werden. Zum anderen verweist das Pseudonym Penck auf den gleichnamigen Geologen und Eiszeitforscher (Albrecht Penck), den der Künstler schätzt und mit seinem Werk in Zusammenhang bringt.

Nach einer Lehre als Werbezeichner bei einer Dresdener Agentur ab 1956, während der sich Penck nebenbei die Grundlagen der Malerei selbst erarbeitet, schlägt er sich - von der Kulturbehörde der DDR wiederholt schikaniert - als Briefträger, Heizer und Nachtwächter durch. Anfang der sechziger Jahre entstehen erste Bilder mit jenen extrem reduzierten, an prähistorische Zeichen erinnernden Figuren, die von nun an seinen Stil kennzeichnen.

Eine Auseinandersetzung mit Mathematik, Kybernetik und Informationstheorie führt Mitte der sechziger Jahre zu den "System- und Weltbildern". Während diese, wie auch die ab 1968 folgenden "Standartbilder" eine diagrammhafte Schematik aufweisen, erweitert sich das Bildspektrum ab den siebziger Jahren durch plakative Farbakzente und großflächige, komplex gefüllte Bildformate. In seinen Bildern bedient er sich Strichmännchen und grafischer Bildzeichen, die an Höhlenmalerei, asiatische Kalligrafie und Graffiti erinnern. So entstanden seine Standart-Bilder. Unter diesem Begriff versteht Penck eine Kunstrichtung, die so einfache, archaische Bildzeichen verwendet, dass jeder Betrachter die entstehenden Bilder zu durchdringen vermag – wie etwa Verkehrsschilder oder Warenzeichen.

Das symbolhafte Zeichenrepertoire überträgt Penck auch auf den dreidimensionalen Raum in Form von Holzskulpturen, die ab 1982 auch in Bronze gegossen werden. Seit 1969 bekam er jedoch zunehmend Probleme mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR: Pencks Bilder wurden beschlagnahmt, seine Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) wurde abgelehnt. Im Mai 1979 gipfelte die Feindseligkeit ihm gegenüber: bei einem Einbruch in das Atelier Winklers wurden verschiedene Arbeiten und Aufzeichnungen vernichtet. 1980 erfolgt die Ausbürgerung in die BRD, die ihn längst als einen der wichtigsten Zeitgenossen erkannt hat - seit 1972 ist Penck mehrmals auf der documenta, 1984 auch bei der Biennale in Venedig vertreten. Nach einem Intermezzo in London und einer Professur in der Düsseldorfer Kunstakademie, fand 1987 A.R. Penck in Dublin (Irland) seine endgültige neue Heimat.

Am 2.5.2017 ist der Künstler  in Zürich verstorben.

 


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